Warum schreibe ich Teil 1/X

Wie die meisten Menschen, die sich für Bücher, Filme oder sonstige fiktive Werke begeistern, hatte auch ich schon sehr früh den Gedanken eigene Geschichten zu erzählen. Die eigene Fantasie zu ergründen und mit jedem Wort, jeder Zeile selbst mehr zu erfahren war ein prickelndes und aufregendes Erlebnis. Dann war nach der ersten Seite Schluss.

Man könnte mir zugutehalten, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch in der Grundschule war. Man könnte aber auch wissen, dass ich damals wie heute generell eher dafür bekannt bin, mich nicht zu sehr anstrengen zu wollen oder um es besser zu formulieren war ich zu faul (und wahrscheinlich auch zu jung) um etwas sehr Wichtiges zu erkennen:  Wo die Kreativität aufhört, beginnt die Arbeit.

So blieb meine kreative Ader stumm, bis ich in der Realschule in der Hälfte des fünften Schuljahrs auf eine für mich unbekannte Situation stieß. Einer meiner Mitschüler las einen Aufsatz von mir durch, der nach dem Austeilen auf meiner Tischhälfte lag.

Ich träumte währenddessen in der Gegend umher.

Mein Klassenkamerad meldete sich, was meine Aufmerksamkeit erzeugte, weil es nicht besonders häufig vorkam, und fragte unsere Lehrerin, ob er meinen Aufsatz vorlesen dürfe. Unsere Lehrerin war ein bisschen perplex doch auf die Aussage hin, dass er die Geschichte gut fände und weil auch ich nach Nachfrage nichts dagegen hatte, ließ sie ihn gewähren.

Danach kam es noch häufiger vor, dass er meine Hausaufgabenaufsätze und Klassenarbeiten vorlas oder sie zumindest für sich im Stillen las und mir auch mitteilte, wie gut er diese fand. Ich hatte einen Leser.

Ebenfalls gaben meine Lehrer mir über die Jahre oft für meine Werke guten Noten für den Inhalt. (Oft aber leider auch Noten für die Form.)

All dies reichte letztendlich nicht aus, um mehr als nur ein paar Geschichten im privaten Rahmen anzufangen aber nie zu vollenden. Von diesen Anfängen habe ich auch bis heute fast alles verworfen außer ein paar weniger Textzeilen, Ideen und Gedichten. Manchmal zeigte ich guten Freunden die unfertigen Werke. Doch obwohl sie mir stets gut zuredeten, bekamen sie dennoch nie etwas Finales zu Gesicht.

Als ich einem anderen jugendlichen, naiven Menschen über ein Internetforum zum Thema kreatives Schreiben drei Songtexte für seine Emoband zum Gegenwert von zwei Monaten World of Warcraft und das Versprechen die fertige CD geschickt zu bekommen (kam nie an) „verkaufte“, musste ein Künstlername her. Ray Conner war geboren.

Es folgten Ablenkungen wie unter anderem WoW, der Traum Counterstrike Source Profi zu werden, Mädchen, beziehungsweise eben keine Mädchen, die es verhinderten Projekte nicht nur anzufangen sondern auch fertigzustellen oder gar zu veröffentlichen.

Denn dies war das zweite Problem; wie beschaffe ich mir eine Präsenz um meine Texte zu veröffentlichen? Einschlägige Seiten, auf denen man seine Werke in der Hoffnung, dass irgendjemand einen entdeckt, publizieren konnte, waren oftmals mit dem Abtreten aller Rechte verbunden.

Doch eines Tages zur guten alten Zeit von SchülerVZ (und auch dadurch indirekt inspiriert) kam mir eine Idee. Reichweitensteigerung durch Bloggen. Um genau zu sein, wusste ich auch schon was mein erster Blogpost werden sollte. Diesen werde ich, da er für mich immer noch aktuell ist, beizeiten nachholen.

Leider bin ich aber wie erwähnt auch faul. Sehr faul. So verging die Zeit bis heute zu diesem Blog in wechselnden Phasen der Motivation (u. a. durch die Serie Californication) und der Demotivation (am meisten durch eigenes Unvermögen).

Nun möchte ich aber diese Zeiten hinter mir lassen, nicht zurück schauen auf das was hätte schon sein können, sondern den Blick auf das wenden, was werden kann.

Wenn wir nicht von vorne anfangen, dürfen wir nicht hoffen, weiter zu kommen.

Johann Gottfried Seume (1763-1810), dt. Schriftsteller

Medien im Jenke-Rausch

Er hat es wieder getan. Nach seinem Cannabis-Experiment  hat Jenke von Wilmsdorff in seinem RTL-Format „Das Jenke-Experiment“ erneut vor laufender Kamera Drogen konsumiert und dadurch nicht nur bei sich, sondern auch bei der Medienwelt einen Rausch ausgelöst.

Herr von Wilmsdorff begab sich hierzu selbst in einen mehrfachen Drogenrausch. Zu diesem Zweck wurden in der aktuellen Folge vom Montag, den 5. September, Amphetamine, LSD, Ritalin und K.O.-Tropfen konsumiert.

Medialer Aufschrei zur Sendung

Die Medienlandschaft wiederum berauscht sich an einer Untersuchung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt in Hannover, die den Beitrag nun aufgrund möglicher jugendgefährdender Inhalte prüft.

Die Schlagzeilen der Printmedien in Gestalt von Spiegel, SternBild und Co. reichen von „Medienwächter prüfen RTL-Drogenversuch“ bis zu „Was soll das irre Drogen-Experiment bei RTL“. In den dazugehörigen Artikeln wird dann nach Schema F ausführlich erklärt was in der Produktion gezeigt wurde, Stellungnahmen von Jenke, Experten oder RTL eingestreut und die Frage in den Raum gestellt, ob im deutschen TV vor der Kamera in einer Dokumentation Drogen genommen werden dürfen und dies nicht eine Gefährdung der Jugend sei.

Geklärt hat diese Fragen keiner der oben genannten Beiträge. Aus diesem Grund, sowie dem meiner Ansicht nach übertriebenen Medienrummel, möchte ich nun meinen Senf dazugeben.

Ich selbst habe nur einen Teil der Sendung gesehen. Was ich gesehen habe, deckt sich aber mit den Berichten der Zeitungsartikel. (Ich werde den von mir verpassten Teil der Sendung dennoch nachholen und bei Bedarf diesen Beitrag mit einem Update versehen, falls sich meine Meinung zum Thema ändern sollte.)

Das Experiment

Noch einmal die Kurzzusammenfassung. Herr von Wilmsdorff nimmt Drogen und zeigt deren Folgen, indem er während des Rausches und danach sein Empfinden schildert. Stets unter Beobachtung von Ärzten und Experten. Teilweise reißerisch inszeniert. Zusätzlich wird über Süchtige in Entzugskliniken sowie ein durch den Drogenmissbrauch seiner Mutter schon nach der Geburt süchtigen Säugling berichtet.

Der Grund für den Aufschrei einiger Zeitungen und die Prüfung der Medienaufsicht ist hierbei, dass Jenke die Drogen nicht nur verteufelt, sondern im und auch nach dem Rausch schildert welche teilweise positiven Gefühle diese in ihm ausgelöst haben. Doch genau so offen wird auch sein einwöchiges Down als Folge der Aufputschdrogen und ein Beinahe-Horrortrip auf LSD gezeigt.

Natürlich möchte RTL mit seinen Sendungen in erster Linie nicht einen Bildungsauftrag erfüllen, sondern Geld verdienen. Da hierzu gute Quoten wichtig sind, kann es dem Privatsender nur recht sein mit seiner Show auch zu provozieren. Die Presse wird den weiteren drei Teilen der Staffel sicherlich auch durch erhöhte Aufmerksamkeit zugutekommen.

Vergleichbare Fälle der Vergangenheit

Den großen neuen Tabubruch im Medium Fernsehen hat RTL mit der Sendung allerdings auch nicht vorgelegt. Drogenkonsum im TV gab es schon. Drogenkonsum durch einen bekannten TV-Star vor laufender Kamera auch. So nahm Joko Winterscheidt in der Show „Duell um die Welt“ eine LSD ähnliche Substanz namens Ayahuasca. Damals ließ der Medienrummel (Bild, Stern) und eine Prüfung der zuständigen Landesmedienanstalt auch nicht lange auf sich warten.

Ein Ergebnis der damaligen Prüfung konnte ich leider nicht auffinden.

Der signifikante Unterschied zwischen beiden Sendungen besteht meiner Meinung nach vor allem im Format und der Zielgruppe. Das Duell um die Welt ist ein Entertainmentprodukt mit der Hauptzielgruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Beim Jenke-Experiment handelt es sich wiederum um eine journalistische Produktion, die aufgrund der Aufmachung, im Infotainment-Sektor anzusiedeln ist.

Fazit und persönliche Ansicht

RTL rechtfertigt die Art der Darstellung mit dem Argument keine Tabuisierung durchzuführen, da dies eher zum Gegenteil führe.

Ich bin definitiv kein Fan der Sender- und Sendungspolitik RTLs. Allerdings möchte ich keinen Sender verteufeln, sondern mich kritisch mit den Inhalten auseinander setzen.

Im aktuellen Fall stelle ich mich deshalb klar auf die Seite von Herrn Wilmsdorff. Es gibt einen Grund für Menschen Drogen zu nehmen. Schließlich würde kein Mensch freiwillig ein zweites Mal zu einer Droge greifen, die auf ihn keinen subjektiven, positiven Effekt hat. Substanzen mit einer solch hohen Suchtwirkung sind für gewöhnlich auch nicht die Einstiegsdroge, sondern meist die Steigerung einer voran gegangen Drogenproblematik.

In Filmen befürworte ich deshalb ebenfalls einen kontroversen Umgang mit dem Thema. Filme wie Fear and Loathing in Las Vegas oder Wolf of Wallstreet zeigen somit mitunter auf sehr deutliche Art Licht- und Schattenseite eines ausschweifenden Drogenkonsums. Dieser differenzierte Umgang muss bei einem solchen Thema auch angegangen werden. Natürlich wird es Jugendliche geben, die aufgrund einer psychischen Prägung solche Trips als reizvoll erachten. Die Zahl derjenigen, die aber aufgrund der gezeigten negativ Folgen einen solchen Lebensstil nicht mehr als „Geil“ empfinden, ist meiner Meinung nach weit höher. Wenn dann nach den ersten Kontakten zu so genannten „schwachen Drogen“ die Versuchung besteht auch zu härterem zu greifen, können solche Filme und Fernsehbeiträge einen Teil zur kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik beitragen.

Schlussendlich begrüße ich somit den Fernsehbeitrag, sehe aber einige Effekte (verschwommenes Fernsehbild beim LSD-Trip) als unnötig provokant.

Ebenfalls empfinde ich die teils übertriebene Aufmachung einiger Tageszeitungen als zu tiefst heuchlerisch. Die Bildzeitung, die zum Beispiel an der Auslage meines Stammsupermarktes zur Verfügung stand, ging soweit von einem der größten Fernsehskandale des Jahres zu sprechen. Ein Tagesblatt, das in regelmäßigen Abständen ebenfalls von der Medienanstalt gerügt und abgemahnt wird sollte sich hier mehr zurückhalten.

Die Akte Froop

Allein schon die Markenbezeichnung „Froop“ mag bei eingefleischten Kennern deutscher Fernsehwerbung zu einer schrecklichen posttraumatischen Belastungsstörung führen. Doch möchte ich noch nicht zu weit vorweggreifen und deshalb in diesem Post zuerst einen Teil meiner Ansichten über gute und schlechte Werbung definieren.

Es ist grundsätzlich nicht schwierig Werbung zu produzieren, die den Namen eines Produktes in das Unterbewusstsein des Zuschauers brennt. Meiner Meinung nach würde es sogar stumpf reichen den Namen des Werbeproduktes so lange zu wiederholen bis das Gehirn des Empfängers gar nicht anders kann als sich diesen zu merken.

Deshalb setzt Werbung auch zusätzlich darauf einem zu erklären wieso dieses Produkt nicht nur existiert, sondern was es von der Konkurrenz abhebt, beziehungsweise warum es sich lohnt dieses zu kaufen.

Am wichtigsten ist es allerdings das eigene Produkt (oder Marke) möglichst angenehm, kreativ und sympathisch zu präsentieren. Und bei diesem Punkt scheitern leider viele.

Doch bevor ich zu sehr auf die Werbung eingehe, möchte ich all jenen, die nicht wie obig erwähnte Werbeveteranen jetzt schon Angstzustände erleiden, die Möglichkeit bieten das Grauen selbst zu erleben.

 

(Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=-ghVAJ1Hjao)

 

Zugegeben: Im Werbespot sind alle relevanten Informationen untergebracht. Jogurt. Mit Früchten. Aber nicht einfach rein geworfen. Nein! Gemixt und dann oben drauf.

Andererseits kann man dem Werbespot aber auch vorwerfen, dass er unglaublich auf die Nerven geht. Wer ihn nun zum ersten Mal gesehen hat, mag meinen: „So schlimm ist der doch gar nicht.“ Das stimmt auch. Allerdings wurde die Werbung so oft gesendet, dass man ein Gefühl dafür nur bekommen kann, wenn diese entweder über einen Monat viermal täglich oder fünfzig mal in Folge angesehen wird.

Mir persönlich ging dieser Spot damals so sehr auf den Zeiger, dass ich mich durch ihn bewusst dazu entschieden habe niemals Froop und wenn möglich auch keine weiteren Müller Produkte zu kaufen. Unabhängig von Qualität oder Preis greife ich seitdem immer zu Konkurrenzprodukten.

Nun hat Müller durch mich sicherlich nicht viel Geld in den letzten Jahren verloren, da ich generell nur selten Produkte kaufe, die auch in der Produktpalette von Müller vorkommen. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass es ebenfalls nicht im Sinne einer Firma ist mit nerviger Werbung potenzielle Neukunden zu vergraulen.

 

Mich würde interessieren wie eure Meinung zur kritisierten Werbung ist und ob es eventuell Werbespots gibt, die euch dazu bewegt haben das beworbene Produkt oder sogar die Marke nicht mehr bei Einkäufen in Betracht zu ziehen.